CATALINA PBY 6B
Funktionen

Die Catalina PBY war ein Flugboot, deren Prototyp bereits 1928, damals unter der Bezeichnung XPY1-1, gebaut wurde. Die Abkürzung PBY steht für PATROL BOMBER und das Y ist der Herstellercode (Consolidated Aircraft Company). 1936 wurden die ersten 60 Stück an die U.S. Navy geliefert und zwar unter der Bezeichnung XPBY-1. Bei einem Abfluggewicht von 9300kg lieferten die beiden Sternmotore jeweils 850PS (625kW) also gesamt 1250kW. Dies entspricht einer spezifischen Leistung von 134W/kg und war somit nicht gerade überpowered. Das war allerdings auch nicht notwendig, denn für den gebauten Einsatzbereich musste sie Langsamflugeigenschaften besitzen um feindliche Schiffe auch treffen zu können. Im 2.Weltkrieg wurde die Catalina als gefürchteter U-Boot Jäger eingesetzt und fügte dem damaligen Feind Deutschland große Verluste zu. Im Laufe von 10 Jahren wurden verschieden ausgestattete Typen gebaut (PBY-2, PBY-3, PBY-4, PBY5). Zuletzt wurde die PBY-6A als Amphibienvariante gebaut. Sie hatte ein Einziehfahrwerk und konnte somit auch auf dem Festland landen. 1945 bestellte die U.S. Navy noch 900 Stück, von der allerdings nur mehr 175 Stück geliefert wurden. Die Leistung varierte zum Schluss zwischen 1200PS bis 1700PS pro Motor. Das Abfluggewicht variierte gleichfalls zwischen 15000kg bis 18000kg. Mit 35m Spannweite war sie daher auch eines der größten Flugboote der damaligen Zeit.
Heute werden noch Catalinas für Landschafts- und Naturaufnahmen sowie im Umweltschutzbereich eingesetzt. Weitere Links: www.catalina.org.nz

Das Modell:

1999 fiel mir das Modell in einem Modellbaushop auf und ich war sofort fasziniert, zumal ein Flugboot nichts alltägliches ist und auch das Design ansprechend war. Damit war klar, es muss den Besitzer wechseln. Dafür musste ich damals allerdings ATS 1980.- berappen.

Das Modell PBY 6A ist von hvp modell aus Prag/Cz. Es hat eine Spannweite von 1380mm und hat, je nach Ausstattung, ein Abfluggewicht zwischen 1350g bis 1840g. Letzteres ist allerdings schon die Grenze und sollte nicht überschritten werden.
Der Rumpf ist in GFK Bauweise und die Flächen Styro/Balsa. Das Höhen und Seitenleitwerk aus Balsa. Der Bausatz besteht aus wenigen Teilen; trotzdem kann von einem ARF nicht gesprochen werden. Zuhause räumte ich alles aus und studierte zunächst die Bauanleitung (liegt in englisch und tschechisch bei). Diese ist sehr übersichtlich und auch gut bebildert.
Als ich die Motorgondeln einkleben wollte, fiel mir auf, dass der Abstand zum Rumpf sehr klein ist und daher auch nur kleine Propeller verwendet werden können (6x3); Maßstabsgetreu! Der Hersteller empfiehlt 2x Speed 400 Motore entsprechend 2x50Watt an der Welle und 8 Zellen 2/3 Sub C.
Legt man alles auf die Waage so kommt man auf 1580g. Rechnet man die spezifische Leistung aus, dann ergibt das 63W/kg. Damit war klar, so macht fliegen keinen Spaß, denn damit ist kein Boden- (besser Wasserstart) möglich und selbst nach Handstart kann auch nur herumgehungert werden. Also wurde ein neuer Antrieb ausgerechnet; allerdings benötigte dieser eine 8x7 Latte (APC); damit war klar die Motorgondeln müssen um jeweils 5cm nach außen verschoben montiert werden. Nachdem dies geschehen war, wurden die beiden Motoren (Lehner 1010 brushless mit 5:1 Reisenauer Magnesiumleichtetriebe; Gesamtgewicht Motor/Getriebe 59g) eingebaut und aus 10 Stk. Panasonic 3000mAh befeuert. Die Leistung betrug jetzt 2x130W; das Abfluggewicht stieg allerdings auf 1820g an. Trotzdem wuchs die spezifische Leistung jetzt auf 142W/kg an und war damit sogar geringfügig höher als beim Original.
Der weitere Einbau der Servos und das bespannen der Fächen verlief reibungslos. Nur beim Einkleben des Höhenleitwerks muss mit der EWD-Waage gearbeitet werden, denn eine spätere Korrektur ist nicht mehr möglich.
Nachdem ich dass Modell erst zwischen Weihnachten und Silvester fertigbauen konnte, war der Erstflug am Wasser nicht möglich.
Daher wurde der wunderbare Pulverschnee als Wasserersatz verwendet; der sich übrigens hervorragend dazu eignet. Und siehe da, alles funktionierte auf Anhieb bestens. Nur die Rudertrimmungen mussten eingestellt werden. Das Flugbild ist sehr schön und das Gewicht etwas zu hoch, denn in den Kurven neigt sie zum leichten Abschmieren, aber trotzdem gutmütig.
Seit diesem Zeitpunkt wird daher die Catalina als Silvesterflugzeug beim Silvesterflug eingesetzt und am Wasser wurde sie noch immer nicht getestet.
Silvester 2003: seit einigen Monaten habe ich die neuen Lithium/Polymer Akkus in Verwendung. Nachdem die „Kathi“ ohnehin etwas zuviel an Gewicht hatte, wurde der 10 Zeller sofort gegen die Neuen ausgetauscht. Hatte der Alte 10 Zeller noch 620g auf die Waagschale gelegt, so sind bei gleicher Kapazität von 3000mAh und glfs.12V nur mehr 198g wirksam.
Damit fiel das Abfluggewicht auf 1400g und die spez.Leistung stieg auf 185W/kg bei einem Flächendruck von 55,5g/dm2. Der Start ist spektakulär. Nach ca. 4 m hebt die Kathi ab und zurück bleibt ein aufgewirbelter Pulverschnee. Mit ca. 60 Grad Steigwinkel ist sie nicht mehr ganz vorbildgetreu, dafür kann jetzt trotz Figureneinlagen bis zu 20 min. geflogen werden. Fliegt man sie vorbildgetreu sind locker 30 min. drinnen. Diese Akkus werden in nächster Zeit die Modellandschaft gänzlich verändern.
Einen eigenen Bericht darüber mit ersten Erfahrungen werde ich in Kürze verfassen.

Sollten zum Modell noch Fragen sein, dann richtet diese bitte an:
brushless@aon.at.